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Recht / Zivilrecht 
Donnerstag, 24.05.2018

Keine weitere Preisminderung nach einer Karibikreise

Das Amtsgericht München entschied in einem rechtskräftigen Urteil, dass ein Urlauber den Preis für eine erfolgte Karibikreise über einen bereits vorgerichtlich erstatteten Minderungsbetrag hinaus nicht mindern kann (Az. 172 C 15107/17).

Im vorliegenden Fall hatte die Klägerin für ihre dreiköpfige Familie eine Pauschalreise in die Dominikanische Republik gebucht. 3.786 Euro bezahlte sie für die zweiwöchige Karibikreise in einer Drei-Sterne-Anlage mit All-Inclusive-Verpflegung. Sofort nach Ankunft führte sie eine Liste mit Mängeln (Schrank ohne Kleiderstange und Türen, defekte Gardine, Badewanne und Armaturen waren verkalkt und verrostet, schmutzige Toilette, defekte Spülung, Wasserkasten war innen schwarz, tote Fliegen auf Badablage, Wasserflecken auf dem Spiegel, Zementreste auf dem Balkon, laute Klimaanlage, Baustellenlärm vor dem Balkon, Zimmerblick auf Ventilatoren/Generatoren/Baustelle). Ein angefordertes Umzugsangebot blieb erfolglos. Daher zog die Familie eigenmächtig gegen Zahlung weiterer 1.827,84 Euro in ein besseres Hotel um. Nun forderte die Klägerin das Reisegeld vom Reiseanbieter zurück. Dieser erstattete 986 Euro.

Das AG München hat die Klage auf Erstattung über den von der Beklagten anerkannten oder bereits bezahlten Betrag von 986 Euro hinausgehender weiterer 3.781,84 Euro mit Verweis auf die “örtlichen Gegebenheiten” in der Karibik abgewiesen. Nach Auffassung des Gerichts rechtfertigen die von der Klägerin vorgetragenen Mängel ihrer Karibikreise allenfalls den bereits vorgerichtlich erstatteten Minderungsbetrag, nicht aber eine weitere Erstattung des Reisepreises oder gar die Zahlung der Kosten für einen kurzfristig vorgenommenen Hotelwechsel.

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